Diese Monat gibt es zwei Veröffentlichungen, die einen besseren Einblick in den Untergang der Maya-Reiche geben sowie eine Übersichtsarbeit, die den Umgang der Induszivilisation (3000-1800 v.Chr.) mit klimatischen und ökologischen Veränderungen diskutiert. Daneben gibt es neue Hinweise darauf, dass der Mensch für das Aussterben der australischen Großtiere verantwortlich ist. Viel Spaß beim Lesen!

Neue Chronologie des Untergangs der Maya-Stadt Ceibal

Der präklassische Kollaps (um 150-300 n.u.Z) und der klassische Kollaps (800-950 n.u.Z) zeigten ein ähnliches Muster: Die gesellschaftliche Instabilität begann jeweils mit einer Zunahme von Kriegshandlungen, dann wurden Städte aufgegeben und die Bevölkerung kollabierte. Dies ergibt sich aus einer neuen, bisher detailliertesten Chronologie der Maya-Stadt Ceibal, die auf der statistischen Auswertung von 154 Radiokarbondaten sowie einer detaillierten Keramikanalyse beruht.

  • Inomata, Takeshi, Daniela Triadan, Jessica MacLellan, Melissa Burham, Kazuo Aoyama, Juan Manuel Palomo, Hitoshi Yonenobu, Flory Pinzón, und Hiroo Nasu. „High-Precision Radiocarbon Dating of Political Collapse and Dynastic Origins at the Maya Site of Ceibal, Guatemala“. Proceedings of the National Academy of Sciences 114, Nr. 6 (2. Juli 2017): 1293–98. doi:10.1073/pnas.1618022114.
  • Podbregar, Nadja. „Mayas erlebten einen doppelten Kollaps: Schon 600 Jahre vor dem Niedergang kam es zu ganz ähnlichen Ereignissen“. Scinexx, 25. Januar 2017. http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21085-2017-01-25.html.

Auswirkung von Dürren auf die Maya-Bevölkerung

Eine Analyse der Klima- und Bevölkerungsdaten der Kolonialzeit (1519-1821) zeigt, dass zwei mehrjährige Dürreperioden im 18. Jh. in den Maya-Tiefländern zu Missernten und Hungersnöten führten. Dies hilft beim Verständnis des Kollapses der Klassischen Zeit (um 750-1000), für die es keine Aufzeichnungen über Ernten bzw. Bevölkerungszahlen gibt.

  • Hoggarth, Julie A., Matthew Restall, James W. Wood, und Douglas J. Kennett. „Drought and Its Demographic Effects in the Maya Lowlands“. Current Anthropology 58, Nr. 1 (10. Januar 2017): 82–113. doi:10.1086/690046.

Anpassung an den Klimawandel bei der Induszivilisation

Die Induszivilisation (um 3000-1300 v.Chr.) hatte ihre Blütezeit in einer Periode um 2500-1900, in der die Hinweise auf deutliche Klimaveränderungen gibt, vor allem um 2200 (das sog. 4,2-Kilojahr-Ereignis). Petrie und Kollegen geben einen Überblick über die archäologischen Erkenntnisse, die ein Licht darauf werfen, wie eine antike Zivilisation auf den fundamentalen Wandel der klimatischen und ökologischen Grundlagen reagierte.

  • Petrie, Cameron A., Ravindra N. Singh, Jennifer Bates, Yama Dixit, Charly A. I. French, David A. Hodell, Penelope J. Jones, u. a. „Adaptation to Variable Environments, Resilience to Climate Change: Investigating Land, Water and Settlement in Indus Northwest India“. Current Anthropology 58, Nr. 1 (18. Januar 2017): 1–30. doi:10.1086/690112.

Aussterben der australischen Großtierfauna wohl durch Menschen verursacht

Die Megafauna Australiens ging vor 45000-43100 Jahren drastisch zurück, während sich das Klima bereits vor 70000 Jahren änderte. Da das Aussterben demnach weniger als 4000 Jahre nach Einwanderung des Menschen geschah, dürfte der Mensch und nicht das Klima der Auslöser sein. Dies zeigt die Auswertung mariner Bohrkerne aus Südwestaustralien, die hochauflösende Daten über das Klima und die Ökosysteme der letzten 150000 Jahre liefern. Sporen des auf Tiermist lebenden Pilzes Sporomiella dienten dabei als Indikator für die Zahl großer Pflanzenfresser.

Hinweis

Bitte beachten: Ich habe noch nicht alle diese Artikel sorgfältig gelesen, es geht mir hier vor allem um die schnelle Information. Fehler und Unklarheiten bitte ich daher zu entschuldigen und freue mich über entsprechende Hinweise und Kommentare.


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