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Im August gingen Meldungen wie "Entschied ein Vulkan die Schlacht von Waterloo?" (Süddeutsche Zeitung) oder "Waterloo-Schlacht: War ein Vulkan beteiligt?" (Damals) durch die Presse. Demnach hätten neue Forschungen gezeigt, dass das schlechte Wetter, das Napoleon bei der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815 so zusetzte, eine Folge des Ausbruchs des Vulkans Tambora in Indonesien zwei Monate zuvor, am 10. April, gewesen sein könnte. Zwar beeinflusste der Vulkan das Klima über Jahre hinweg, doch weltweite Auswirkungen innerhalb von nur wenigen Wochen galten bisher als kaum möglich. Die neue Idee ist im Prinzip durchaus interessant - aber auch hoch spekulativ. Was ist davon zu halten?

Der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien im Jahr 1815 und seine Folgen, insbesondere die weltweiten Klimafolgen, die das Jahr 1816 in Europa und Nordamerika als "Jahr ohne Sommer" bekannt machten, waren Thema meines diesjährigen Vortrags bei der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg am 15. Oktober. Hier ist nun zum Nachlesen eine Zusammenfassung sowie die Folien des Vortrags als PDF-Datei (3,0 Mb).

Auch die Dodos auf Mauritius litten unter der der langjährigen Dürre, die vor 4200 Jahren große Teile der Welt traf. Dieses sogenannte 4,2-Kilojahr Ereignis betraf unter anderem die frühen Hochkulturen des Alten Reichs in Ägypten, das Akkadische Reich in Mesopotamien und die Induszivilisation im Industal, doch Hinweise auf eine lange Trockenzeiten finden sich auch aus anderen Gebiete der Welt, vor allem aus den Tropen. Ein Artikel einer deutsch-niederländischen Arbeitsgruppe [de Boer et al. 2015] hat sich die Folgen für die Tierwelt auf Mauritius angesehen. Auch wenn dieser Artikel sich nicht unmittelbar mit der menschlichen Geschichte beschäftigt, liefert er doch ein weiteres Puzzlestück über das Ausmaß dieses Klimaereignisses.