Der diesmalige Monatsüberblick beschäftigt sich mit dem sehr langen (45000 Jahre) Einfluss menschlicher Aktivitäten auf die Umwelt, neue Rekonstruktionen der Vulkanausbrüche des letzten Jahrtausends und des Klima Iberiens der letzten (fast) fünf Jahrtausende, einem späteren Datum für die Überflutung der Bering-Landbrücke und einer Modellierung abrupter Kälteereignisse im Holozän. Viel Spaß beim Lesen!

Menschen beeinflussen Tropenwälder seit mindestens 45000 Jahren

Ein Übersichtsartikel diskutiert archäologische Belege für den Einfluss von Jäger-Sammmlern, Bauern und Stadtkulturen auf die Tropenwälder weltweit. Demnach wurde die Ökologie von Tropenwäldern seit mindestens 45000 Jahren aktiv verändert. Zunächst geschah dies etwa durch Brandrodung und die Reduzierung bzw. Ausrottung von Großtieren (Megafauna), aber auch den Transport von Tier- und Pflanzenarten über große Entfernungen. Später kamen Garten- bzw. Landwirtschaft in Waldlandschaften hinzu.

  • Roberts, Patrick, Chris Hunt, Manuel Arroyo-Kalin, Damian Evans, und Nicole Boivin. „The Deep Human Prehistory of Global Tropical Forests and Its Relevance for Modern Conservation“. Nature Plants 3, Nr. 8 (3. August 2017): nplants201793. doi:10.1038/nplants.2017.93.
  • Roberts, Patrick. „Menschen verändern seit mindestens 45.000 Jahren die Tropenwälder“. MPG, 4. August 2017. http://www.shh.mpg.de/540430/tropical_forest_45000.

Neue Klimarekonstruktion der letzten 4700 Jahre für Iberien

Eine neue Analyse von Klimadaten aus dem Torfmoor des Padulbeckens (Sierra Nevada, Spanien) zeigt einen generellen Trend zu trockeneren Verhältnissen in den letzten 4700 Jahren, doch unterbrochen von Klimafluktuationen auf Zeitskalen von Jahrhunderten.

  • Ramos-Román, M. J., G. Jiménez-Moreno, J. Camuera, A. García-Alix, R. S. Anderson, F. J. Jiménez-Espejo, und J. S. Carrión. „Holocene aridification trend interrupted by millennial- and centennial-scale climate fluctuations from a new sedimentary record from Padul (Sierra Nevada, southern Iberian Peninsula)“. Clim. Past Discuss. 2017 (24. August 2017): 1–36. doi:10.5194/cp-2017-104.

Vulkanausbrüche des letzten Jahrtausends aus Temperaturrekonstruktionen

Eine neue Temperaturrekonstruktion aus der Dichte von Spätholz zeigt 14 ausgeprägte Kälteereignisse im letzten Jahrtausend, die generell mit der aus Eisbohrkernen rekonstruierten Vulkanaktivität übereinstimmt. Einzelne Diskrepanzen, vor allem in den 1450er- und 1690er-Jahren, gehen wohl auf Datierungsprobleme zurück. Im Durchschnitt sank die Temperatur um 0.60 °C ± 0.13 °C nach großen Ausbrüchen.

  • Schneider, L., J. E. Smerdon, F. Pretis, C. Hartl-Meier, und J. Esper. „A New Archive of Large Volcanic Events over the Past Millennium Derived from Reconstructed Summer Temperatures“. Environmental Research Letters 12, Nr. 9 (2016): 094005. doi:10.1088/1748-9326/aa7a1b.
  • Link, Caroline. „Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen“. idw, 22. August 2017. https://idw-online.de/de/news679792.

Schließung der Bering-Landbrücke auf erst nach der Jüngeren Dryas

Neue geophysikalische Daten zeigen, dass die Bering-Landbrücke erst vor etwa 11000 Jahren, erst nach der Jüngeren Dryas (12,9-11,7ka BP) und deutlich später als in früheren Studien, überflutet wurde.

  • Jakobsson, M., C. Pearce, T. M. Cronin, J. Backman, L. G. Anderson, N. Barrientos, G. Björk, u. a. „Post-glacial flooding of the Bering Land Bridge dated to 11 cal ka BP based on new geophysical and sediment records“. Clim. Past 13, Nr. 8 (1. August 2017): 991–1005. doi:10.5194/cp-13-991-2017.

Abrupte Abkühlungsereignisse im Nordatlantik im Holozän durch innere Klimavariabilität

Eine Simulation des Klimas des Holozäns, angetrieben von langsamen orbitalen Veränderungen, zeigt zwei abrupte Abkühlungsereignisse über wenige Dekaden im Nordatlantikraum vor 4300 und vor 3000 Jahren, verbunden mit einer Ausbreitung des Meereises.Demnach können starke, kurzzeitige Ereignisse auch durch die innere Klimavariabilität, ohne direkten Antrieb durch Vulkanismus oder Schwankungen der Sonnenenergie, entstehen. (Die zeitliche Nähe einer Abkühlung im Modell zum beobachteten 4,2-Kilojahr-Ereignis ist Zufall.)

  • Klus, A., M. Prange, V. Varma, L. B. Tremblay, und M. Schulz. „Abrupt cold events in the North Atlantic in a transient Holocene simulation“. Clim. Past Discuss. 2017 (25. September 2017): 1–23. doi:10.5194/cp-2017-106.

Hinweis

Bitte beachten: Ich habe noch nicht alle diese Artikel sorgfältig gelesen; in diesem Rundblick geht es vor allem um die schnelle Information. Fehler und Unklarheiten bitte ich daher zu entschuldigen und freue mich über entsprechende Hinweise und Kommentare.


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