Panorama

Das Panorama dient dem kurzen Überblick über neu erschienene Publikationen.

Isotopenanalysen und andere geochemische Studien dominieren diesen Monatsrückblick. Neues gibt es zum Aussterben der Neandertaler, und vielleicht wurde nun der mysteriöse, höchst umstrittene Meteorit der Jüngeren Dryas gefunden. Eisbohrkerne werfen auch weiteres Licht auf die Klimakrise nach 536 n.Chr. sowie das Abschmelzen der Alpengletscher am Ende der Kleinen Eiszeit. Viel Spaß beim Lesen!

Dürren sind eine der Witterungserscheinungen, die besonders in agrarischen Gesellschaften eine enorme Rolle spielten. Was wissen wir aus historischen Quellen über Dürren der Vergangenheit? Der diesmalige Monatsrückblick beruht auf einem Sonderband der Fachzeitschrift Climate of the Past zu diesem Themenkomplex. Viel Spaß beim Lesen!

Vielfach in der Presse berichtet wurde über die Vermutung, dass das schlechte Wetter bei der Schlacht von Waterloo im Juni 1815, die die europäische Geschichte entscheidend beeinflusste, mit dem Ausbruch des Tambora in Indoniesien nur wenige Monate zuvor zu tun hatte. Nicht in der Presse berichtet wurden über die anderen Arbeiten in diesem Monatsrückblick, deren Themen für die Weltgeschichte jedoch kaum weniger wichtig waren: Eine Zusammenfassung möglicher Klimafaktoren in der Geschichte der Awaren sowie ein Sonderband der Fachzeitschrift Climate of the Past über die Dürreperioden vor 4200 Jahren, die viele antike Kulturen in Bedrängnis brachten. Viel Spaß beim Lesen!

In diesem Jahr (2018) machten Hitzewellen und Dürren weltweit von sich reden. Auch wenn einzelne Ereignisse aufgrund der Komplexität des Klimasystems niemals eine eindeutige Ursache haben, hat doch der durch den Treibhausanstieg verursachte globale Klimawandel die Wahrscheinlichkeit solcher Extremereignisse deutlich erhöht; das uns heute extrem erscheinende Jahr 2018 dürfte bald als Normalfall gelten. In diesem Monatsrückblick schauen wir jedoch auf zwei Trockenperioden in der Vergangenheit: Das Jahr 1540, das in Europa mit dem Hitzejahr 2003 vergleichbar ist, und die Dürren am Ende der Mayazeit. Zudem stellen wir eine interessante Arbeit zum Rückgang der Pferde nach der Eiszeit vor. Viel Spaß beim Lesen!

Etwas ganz Spannendes gibt es diesmal: Zwei verschiedene Studien bezweifeln, dass die Menschheit vor 74.000 Jahren nach dem Ausbruch des Supervulkans Toba beinahe ausgestorben wäre. Zweifel gibt es auch daran, dass die zentralafrikanische Regenwaldkrise vor 2600 Jahren (siehe Panorama 6/2018) von Menschen verursacht wurde. Keine Zweifel gibt es dagegen daran, dass sich die antike Metallverarbeitung durch Bleispuren in der Umwelt nachweisen lässt. Viel Spaß beim Lesen!

Jäger-Sammler-Gesellschaften waren offenbar relativ unempfindlich gegen Klimaschwankungen - zeigen jedenfalls Daten der mesolithische Siedlung von Star Carr (Yorkshire). Neue Untersuchungen zum Monsunsystem geben weitere Einsichten in das Ende der Induszivilisation. Extremwetterereignisse in Guatemala über 300 Jahre, die Geschichte der Metallverarbeitung im Balkan, die eine viel intensivere präkolumbianische Besiedlung des Amazonasbeckens sowie die seit einigen Jahren durch die Forschung geisternde Frage, ob die Kälteperiode der Jüngeren Dryas auf einen Kometen zurückgeht, sind weitere Themen dieses Monatsrückblicks. Viel Spaß beim Lesen!

Gut eine halbe Million Jahre umfasst der diesmalige Monatsüberblick. Wir blicken (in umgekehrter chronologischer Reihenfolge) auf ein interessantes Projekt zur Auswanderung in die USA in der Kleinen Eiszeit, über das auch in der Presse berichtet wurde, zumal ihr derzeit wohl berühmtester Vertreter 1885 Friedrich Trump war, dessen Enkelsohn Donald als Immobilienspekulant und Medienpersönlichkeit berühmt wurde. Eine weitere Arbeit findet, dass der Ausbruch des Tambora 1815 stärkere Auswirkungen hatte als gedacht, und es gibt neue Spekulationen zum Zusammenhang der Justinianischen Pest im 6. Jh. mit Vulkanausbrüchen. Die Niederschläge im afrikanischen Regenwald vor 2600 Jahren und in Yucatan während der präklassischen Mayazeit sind weitere Themen. Weiter geht es mit dem antiken Mittelmeerraum in der Bronzezeit, wo der Untergang von Mykene wohl nichts mit Erdbeben zu tun hatte, aber die Metallverarbeitung zu früher Umweltverschmutzung führte. Schließlich gehen wir 600.000 bis 300.000 Jahre zurück zum Übergang der Acheuléenkultur zum Middle Stone Age in Afrika. Viel Spaß beim Lesen!

Warum lagen die Städte der Induszivilsation nicht an Flüssen? Warum breitete sich die Landwirtschaft vor 6000 Jahren erst mit Verspätung nach Nordeuropa aus, und wie entwickelte sich die Bevölkerung auf den britischen Inseln in den letzten Jahrtausenden? Und, schließlich, wo wollte Gaius Julius Caesar die Eroberung Britanniens starten? Der aktuelle Monatsrückblick wirft etwas Licht auf diese Fragen. Viel Spaß beim Lesen!

Die Verbindung zwischen Klimaschäden und gesellschaftlichen Unruhen ist nicht so klar, wie es manchmal erscheint - Vorsicht ist angebracht, raten die Autoren der ersten Studie dieses Monatsrückblicks. Neues gibt es auch zur Rolle der Meeresströmungen im Nordatlantik in der Kleinen Eiszeit und zur Frage, wie sich das Wetter auf die Verbrechensrate auswirkt. Viel Spaß beim Lesen!